Bayern München- Hannover 96 - 1999 lässt grüßen

Für alle, die an Wunder glauben:

Hannover 96 - Bayer Leverkusen Spielbericht

Jaaaaaaaaaaaaa, wir haben es geschafft! 3 Punkte gegen Leverkusen! Endlich, was für ein großartiges Spiel, es war sensationell wie die Jungs gebissen, gekratzt und gekämpft haben! Und was für ein Mitfiebern war das auf den Rängen in der Nordkurve, was haben wir den Schlusspfiff herbei gesehnt.

Doch fangen wir von vorne an. Die Mannschaft ist super ins Spiel gekommen, war sofort präsent, und kam gut in die Zweikämpfe, ich sage es doch immer wieder: Wenn die "Roten" in der zweiten Halbzeit gegen die Nordkurve spielen, dann reißen sie viel mehr, als wenn sie gegen eine halb leere Südkurve spielen. Warum nicht immer so, Herr Enke, einfach öfter mal die Platzwahl verlieren und dann klappts auch mit den drei Punkten. Dieter Hecking war kurz vor Spielbeginn umkreist von Fotografen, als wenn es um sein Haupt gehen würde, doch weit gefehlt: Hecking sitzt wieder fest im Sattel, alle Treueschwüre von Klubchef Martin Kind und auch die Aussagen unterhalb der Woche von Leistungsträgern wie Robert Enke und Hanno Balitsch werden ihm auch für die nächsten Spiele Kraft geben.

Hecking hat die Mannschaft großartig eingestellt. Rückkehrer Steven Cherundolo ließ auf der rechten Abwehrseite so gut wie nichts anbrennen, die Innenverteidiger Schulle Schulz und Frank (gestern nur mit einem kleinen Ge- vor dem)Fahrenhorst und Routinier Michael Tarnat ließen den durchaus als Topsturm zu bezeichnenden Stephan Kießling, Patrick Helmes und Renato Augusto so gut wie keine Möglichkeit, sich zu empfalten. Dafür bezeichnend war eine Situation in der ersten Halbzeit. Stephan Kießling wollte einen langen Pass zur Ecke abschirmen, sah aber nicht dass, von der Seite Schulle Schulz heran rutschte und ihm den Ball von den Füßen wegspitzelte zur Ecke. Kießling fiel auf die Nase und meckerte mit dem nicht immer souveränen Schiri Torsten Kinhöfer. Wie ein begossener Pudel schlich Kießling darauf hin von dannen. Tja, so ist das nun mal.

Diese Aktion von Schulle Schulz färbte auch ab auf seine (ehemaligen) Kollegen im defensiven Mittelfeld, in dem sich der Däne Leon Andreasen und die Kampfsau Hanno Balitsch austobten, das kann durchaus wortwörtlich nehmen. Die Beiden grätschten und schmissen sich in die Zweikämpfe, als wenn es kein Morgen geben würde. Man war das gut.
Auch von der Offensivabteilung gibt es diesmal nicht allzu viel Schlechtes zu berichten. Arnold Bruggink zeigte, dass wen es einmal relativ gut läuft für die Mannschaft, dass er sich ebenfalls reinhängen kann, und dass er wohl doch immer erst die Hinrunde bracuht um auf Touren zu kommen, bzw. das Tor zu treffen. Jacek Krzynowek zeigte besonders vor dem sehenswerten 1:0, dass man auch mit 32 noch schnell sein kann. Auch nach hinten war er stets dabei und machte zusammen mit Oldie Tanne Tarnat (Ecken für die Roten sind mit ihm köstlich, Adler wird wohl von ihm geträumt haben) die linke Seite nahezu dicht. Na ja und bei Jürgen Stajner ists halt so: Entweder es klappt oder es klappt nicht, dafür kann man ihm aber nicht böse sein.

Einen besonderen Absatz verdient Jan Schlaudraff, der nach seiner Leisten-Op wieder im Kader stand. Er zeigte, dass man als mitspielender Stürmer (Ja, so was gibts Herr Hanke) auch in der Offensive einiges bewirken kann. Klasse auch seine Vorarbeit zum 1:0 durch Arnold Bruggink in der 38. Minute. Gestern hat sich wieder gezeigt, wie wertvoll er für die "Roten" werden kann und was für ein guter bisweilen sehr guter Spieler er sein kann.

Die Szene des sehenwerten und immer spannenden Spiels gegen Leverkusen war allerdings eine, die nach dem Schlusspfiff passierte: Nachdem sich die Mannschaft in der Kurve mit der Welle von den Fans verabschiedet hatte, skandierten die Fans lauthals: "Die Nummer 1 im Tor haben wir." Klar war, wer gemeint war: Der beste Torwart der Welt: Robert Enke. Dieser drehte um und feierte noch einige Zeit ausgelassen mit den Fans, bis er sich mit einer Verbeugung verabschiedete. Man, war das eine super Szene: Da kann man auch mal als Mann feuchte Augen bekommen.




Robert Enke: 2
Steven Cherundolo: 3
Christian Schulz: 1
Frank Fahrenhorst: 3
Michael Tarnat: 3
Leon Andreasen: 2
Hanno Balitsch: 1
Jacek Krzynowek: 2
Arnold Bruggink: 3
Jiri Stajner: 3
Jan Schlaudraff: 2
Jan Rosenthal: (weniger als 20 Minuten Spielzeit)
Mikael Forssell: - " -
Bastian Schulz: - " -

96 - Bayer Leverkusen Vorbericht

Man hat es derzeit wahrlich nicht leicht als Anhänger der "Roten". Unentwegte Diskussionen um den Trainer, die richtige Taktik, noch dazu eine durchaus abenteuerliche Medien-Kampagne zu angeblichen Wechselgerüchten um Torwart, Kapitän und Publikumsliebling Robert Enke. Und ausgerechnet jetzt kommt die Werks-Elf aus Leverkusen, na Prost-Mahlzeit, es hat schon einfachere Spiele gegeben.

Doch wie dem auch immer sei: Es ist an dieser Stelle nicht Zeit und Rau,m sich über die Spieltagsansetzungen zu echauffieren (Bayern, Dortmund, Hoffenheim, Werder und Hertha sind die nächsten Gegner). Es gilt, das Beste aus der Situation zu machen, und da können die Apelle von Coach Dieter Hecking (der übrigens ganz eindeutig der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist) nicht oft genug wiederholt werden. "Die Mannschaft muss geschlossen stehen, Jeder muss für den Anderen da sein und die Fehler ausbügeln. Sie muss kratzen beißen, das was jetzt gefordert ist im Abstiegskampf."

Und das soll gegen Leverkusen gehen, eine Mannschaft deren Potenzial in einer unglaublichen Offensive liegt: Stephan Kießling, Patrick Helmes, Renato Augusto, Tranquillo Barnetta und der von den Bayern ausgeliehene Toni Kross lassen grüßen. Rumpel-Abwehr trifft Super-Sturm. Und vorne? Mikael Forssell hat nach seinem enttäuschenden Auftreten im Gladbacher Nordpark einiges gut zu machen, ihm zur Seite stehen wird höchstwahrscheinlich Jan Schlaudraff, der entweder als zweite Spitze oder zentral hinter Forssell spielen wird. Dafür müsste der fliegende Holländer Arnold Bruggink Platz machen, macht aber nix, denn aufgefallen ist der auch nicht groß. Unklar ist auch ob Steven Cherundolo nach überstandener Verletzung schon soweit ist, um von Anfang an zu spielen. Da Sergio Pinto gesperrt ist, wird es hier wohl auf eine Notlösung hinauslaufen, denn weder Hanno Balitsch noch Leon Andreasen sind hinten rechts allzu gut aufgehoben, aber warum denn auch mal nicht etwas ausprobieren, Kocka Rausch ist ja auch noch da, und das der es hinten kann, wissen wir.

Wir haben keine Chance, also nutzen wir Sie!!!!!!!!!!!!

Die wahrscheinliche Aufstellung: Enke - Cherundolo (Balitsch), C. Schulz, Fahrenhorst , Tarnat - Andreasen, Balitsch (B. Schulz) - Stajner, Schlaudraff (Bruggink), Krzynowek - Forssell



Hanno Balitsch - freiwillige Demontage oder Kritik zur richtigen Zeit?

Als ich heute morgen die Zeitung meines Vertrauens aufschlug (wie immer begann ich mit dem Sportteil ohne etwas im Magen zu haben) entdeckte ich auf der rechten Seite ein Foto eines Spielers der "Roten". Es war Hanno Balitsch. Nun gut dachte ich, als Führungsspieler wird er sicherlich auch mal befragt werden zum Schlamassel der letzten Spieltage und zum Abstiegskampf, in dem sich 96 mittlerweile metertief befindet. Was ich dann allerdings lesen musste, machte mich doch etwas erstaunt.

Dort stand zum einen, dass der Abräumer seine Auswechslung zur Halbzeit nicht verstanden habe, nach Aussage Heckings sei er gelb-rot gefährdet gewesen. Auch ich und wir alle in der Kneipe meines Vertrauens haben diese Auswechslung nicht verstanden. Denn Balitsch ist einer der wenigen, der in dieser schwierigen Zeit in der Lage ist, die Mannschaft zu führen, ihr einen gehörigen Tritt in den Arsch zu geben, damit es weiter geht, kurzum: Die Auswechslung war für uns genauso unverständlich, wie sie für Balitsch gewesen ist. Nach der Posse um seine Auswechslung im Spiel gegen Wolfburg mit dem grandiosen Satz: "Sind sie denn jetzt auch mal positiv" als Antwort auf die Kabinenpredigt von Dieter Hecking, droht nun die zweite Grundlagendiskussion zwischen Balitsch und Dieter Hecking, bzw. dem Verein.

Weiterhin beklagt sich Balitsch in dem Interview über mangelnde Rückendeckung von Seiten des Vereins. Wenn man seiner Darstellung Glauben schenken darf, und das tue ich, wollte er nach einem vermeintlichen Auswärtssieg in Gladbach mit der Mannschaft eine Spontantour zum Katrneval unternehmen. Das war in den vergangenen zwei Jahren schon so und auch in diesem Jahr sollte es so sein, wenn, ja wenn nicht dieses Spiel in Göadbach gewesen wäre. Die Karnevalstour wurde abgesagt, doch der Boulevard hatte seine Geschichte. Balitsch der Partylöwe, der lieber feiern geht, als im Abstiegskampf zu feiern. Gut, Balitsch selber, ich auch, messen dieser Diskussion keine große Bedeutung zu. Interessanter ist allerdings, dass Balitsch sich in dieser Situation nicht genug von sportlicher- und Klubleitung unterstützt.

"Ich habe mit dem Trainer, Sportdirektoren und den Verantwortlichen der 96-Öffentlichkeitsarbeit mehrfach darüber gesprochen. Aber offensichtlich fehlen der Mut oder der Wille, mich vor unfairen Attacken der Presse zu schützen. Berechtigter sportlicher Kritik stelle ich mich jederzeit, aber diesen plumpen Geschichten hätte der Verein schon längst einen Riegel vorschieben müssen."


So Balitsch im Interview mit der haz. Puh, da dürfte der nächste Krach vorprogrammiert sein. Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht so ganz, wie ich das einschätzen soll. Provoziert Balitsch, will er seinen Abgang erzwingen, arbeitet er an der Demontage Heckings und legt den Fibnger noch mehr in die ohnehin spätestens seit dem Wolfsburg-Spiel offene Wunde? Es wird immer spannender.

Gladbach - Hannover 96 Spielbericht

Es fing alles halbwegs gut an. 96 kämpfte, 96 rackerte, 96 lag mit 0:2 zurück. Alles wie immer also. Die Mannschaft von der Leine hielt auf dem Bökelberg gut mit, erspielte sich einige Chancen und kämpfte. Doch nach 45 Minuten stand es 0:2 für wahrlich nicht berauschende Bökelberger. Sie machen die Dinger eben rein, und das ist genau die Tatsache, die die Mannschaft von Zauderer Hans Meyer gegenüber der von Dieter Hecking auszeichnet.

Zur Halbzeit brachte der Trainer dann den wieder genesenen Jan Schlaudraff für den unauffälligen und zudem verwarnten Hanno Balitsch. Doch es war auch wie in den Spielen zuvor: Die Mannschaft bemühte sich, so klingt es auch in einem Zeugnis eines 5-Klässlers. Dann kamen Baumjohann mit einem Sonntagsschuss, Marke Tor des Monats und Marko Marin und es stand 0:2. Das Abwehrverhalten allerdings bei beiden Toren ließ doch arg zu wünschen übrig, wo waren Fahrenhorst und Schulz als Marin den Ball ungestört annehmen konnte? In vielen Situationne waren sie gedanklich zu langsam, kamen bei den Gegentoren nicht an den Gegner heran, bzw. waren nervös wie es auch das 3:2 symbolisierte. (Ge-)Fahrenhorst schlägt über den Ball und Neuville hat keine Mühe mehr den Ball zu versenken. Armer Enke.

Nun gut, die "Roten" haben sich heran gekämpft, die Tore von Pinto und von Schulle Schulz waren sehenswert und die Mannschaft kam heran. Sie scheiterte allerdings an ihrem eigenem Unvermögen,und dann muss sich auch nicht wundern, wenn es dann nicht mehr klappt. Die "Roten" befinden sich, mittlerweile müssten es die letzten, die selbst hinter dem Mond leben, gemerkt haben, im Abstiegskampf. Und die Luft für Dieter Hecking wird trotz vermeintlicher Jobgarantie immer dünner. Auch das Restprogramm lässt sich da beileibe nicht gut an. Umso wichtiger wäre es gewesen heute zu punkten. Wenn die Mannschaft so spielt wie heute, dann wage ich nicht vorher zu sagen, was am Sonnabend im Stadion los sein wird.

96 hatte bei der Aufstellung einige Umstellungen vorgenommen. Für den in den letzten Spielen enttäuschenden Mario Eggimann wurde Christian Schulz in die Innenverteidigung gezogen, Leon Andreasen nahm nach abgelaufener Gelb-Rot-Sperre seinen Platz im defensiven Mittelfeld ein. Vorne durfte Mikael Forssell sein Glück für den immer wieder blass gebliebenen Mike Hanke versuchen.

Die Noten:

Robert Enke: 3
Sergio Pinto: 4
Frank Fahrenhorst: 5
Christian Schulz: 3
Hanno Balitsch: 4
Leon Andreasen: 4
Jacek Krzynowek: 5
Arnold Bruggink: 5
Jiri Stajner: 5
Mikael Forssell: 4
Jan Schlaudraff: 5
Salvatore Zizzo: 4
Steven Cherundolo: - (weniger als 20 Minuten Spielzeit)

Andere Noten gibt es hier.


Der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Mike Hanke

Stellen wir uns einmal folgendes Szenario vor: Wie haben Bundesliga-Spieltag, es läuft die 67. Minute und unsere Mannschaft liegt hinten. Wir sind Stürmer und wollen mit aller Macht ein Tor erzielen. Was machen wir? Wir kämpfen, kratzen, beißen und spucken, kurz: Wir wenden die Grundtugenden eines jeden Fußballspielers an. Anders Mike Hanke.

"So wie Hanke über den Platz getrabt ist, muss man sich ernsthafte Sorgen darüber machen, dass er sich diverse Erfrierungen an den Zehen geholt hat.
" Keine Power - kein Mumm & von der fehlenden Technik jetzt mal lieber ganz zu schweigen! Ein gutes Spiel pro Saison ( gegen am Boden liegende Karlsruher ) ist für jemanden mit seinen Ansprüchen eindeutig zu wenig!",
schreiben Reddream und Lucky-tommy im Forum des Bundesligisten überspitzt und polemisch. Dennoch trifft es die kritiken, denen sich der ehemalige Wolfsburger ausgesetzt sieht, durchaus auf den Kopf: Keine Schnelligkeit, kein Einsatz und zu leichte Ballverluste bzw. Stoppfehler. Immer öfter hört man im Stadion ein Raunen, wenn der 25-Jährige den Ball am Fuß hat.

Sicherlich ist er auch ein Opfer des von Trainer Hecking bevorzugten Systems mit nur einer Spitze, in dem eben dieselbe aktiv in die Defensivarbeit eingebunden ist und teilweise bis an den eigenen 16er verteidigen muss. Dieser Ausrichtung fällt natürlich besonders die Abteilung Attacke zu Opfer. Doch was einem bei Hanke besonders in Auge fällt, scheint diese "Egal-Haltung" zu sein, weswegen zum Beispiel auch Genie-Stajner-Wahnsinn zu folgendem Schluss kommt: "Mike Hanke sollte sich nach dieser Saison nach einem anderen Verein umschauen und ich bin der letzte, der ihm nicht alles Gute dabei wünscht aber im Trikot der Roten möchte ich ihn nicht mehr sehen!"

Hankes Kredit scheint mittlerweile gehörig verspielt zu sein. Anspruch und Wirklichkeit (NIhct-Berücksichtigung bei der WM 06 und EM 08 scheinen wahrhaftig nicht zur Selbstreflexion angeregt zu haben) klaffen bei Hanke weit auseinander. Und nach der Leistung in den Spielen dieser Saison (Durchschnitts-kicker-Note: 4,39) dürfte der Platz in der Startelf in Gladbach doch nichts anderes als ein großes Wunder und nach außen hin nicht mehr vermittelbar sein. Und das ist auch gut so.


Rettung des hannoverschen Münzkabinetts

Bei archivalia bin ich auf einen interessanten Artikel zur Rettung des hannoverschen Münzkabinetts gestoßen, wer an diesem Thema Interesse hat, folge diesem Link.