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Hannover 96 - VfB Stuttgart Spielbericht

Gegen Stuttgart kann man verlieren. Das ist sicherlich richtig. 96 hat es gemacht. Hinterher sagte Klubchef Martin Kind via haz: „Man kann in Stuttgart verlieren. Doch so aufzutreten, das kann nicht sein.“ Und deshalb bestellt er seine obersten Angestellten heute oder morgen zum Rapport in sein Kämmerlein. Die 96-Truppe hatte zu keiner Zeit ein Mittel, um gegen noch nicht einmal starke Schwaben bestehen zu können.

Vor allen Dingen an der Viererkette rund um Karim Haggui und an Kapitän Arnold Bruggink entlud sich der Frust der Fans und Blogger. So ärgert sich z.B. Sirbecks über Jan Durica und fragt mit einiger Berechtigung: "Vor diesem Hintergrund wird dann auch die individuelle Leistung- ja nennen wir ruhig mal einen Namen- eines Jan Durica zum Damoklesschwert. Das erste Tor ging zu achtzig Prozent auf seine Kappe, das Zweite sogar zu hundert Prozent! Warum spielt der Kerl eigentlich jede Woche, wenn er sich seit seiner Ankunft in Hannover konsequent in unterirdischer Form präsentiert?" Allerdings muss dann auch die Frage gestattet sein, wie schlecht die anderen Alternativen wie etwa Mario Eggimann sein müssen, wenn Durica Woche für Woche so eine Leistung bringt und zudem eine Stammplatzgarantie hat.

Manuel Schmiedebach auf rechts musste am Samstag Lehrgeld bezahlen. Mit Alexander Hleb und Christian Molinaro machten dem 21-Jährigen den Arbeitstag schwer. Slomka tat ihm einen Riesengefallen, als er ihn in der Halbzeit gegen Steven Cherundolo auswechselte. Doch Schmiedebach einen Vorwurf zu machen, ist ungerechtfertigt. Vielmehr muss man sich fragen, warum ihm etwa ein Sergio Pinto der vor ihm im rechten offensiven Mittelfeld von Anfang an ran durfte, nicht zur Seite sprang. Nach der Pause machte Pinto auf links an Stelle von Djakpa auch nicht viel besser. Im rechten Mittelfeld hatte Hanno Balitsch nach dreiwöchiger Verletzungspause seine Position übernommen. Slomka muss sich schon die Frage gefallen lassen, warum er nicht mit Bulldogge Balitsch von Anfang an begonnen hatte.

Nächste Woche kommt Köln nach Hannover. Auch die Truppe ist nicht gerade vom Glück verfolgt in dieser Saisaon und spielt unter ihren Möglichkeiten. Allen voran der verlorene Sohn der Stadt Lukas Podolski konnte seit seiner Rückkehr zu Saisonbeginn noch nicht überzeugen und bleibt den Fans in der Domstadt vieles schuldig. Hoffentlich wirds auch am kommenden Sonnabend ab 15:30 Uhr so sein.

Hannover 96 - Eintracht Frankfurt, oder: Siegen ist sooooooooo schön

"Oh, wie ist das schön, oh wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen, so schön, so schön." Das war ein Lied, das in Hannover lange nicht zu hören war. Doch seit dem vergangenen Samstag ist alles anders. Endlich wieder drei Punkte und das zu Hause. "Nur nach Hause, nur nach Hause gehen wir nicht." Das sangen viele 96-Anhänger nach Spielschluss. Es war ein gelungener Höhepunkt eines Spiels, das allerhand zu bieten hatte. Hannover 96 war gegenüber dem letzten Spiel gegen den SC Freiburg nur auf einer Position verändert angetretetn: Für den zuletzt indiskutablen Jiri Stajner rückte Didier Ya Konan in die Anfangself. Damit war die Abteilung Attacke fest in ivorischer Hand. Denn neben Konan stürmte dessen Landsmann Arouna Koné.

Mit Gegner Eintracht Frankfurt kam ein Verein nach Hannover, der nicht gerade für Spielstärke steht: zudem steht in den Reihen der Eintracht der unbeliebteste Spieler der Liga: Maik Franz. Und diesem Ruf machte er auch am Samstag alle Ehre. Alles was nicht bei drei auf den Beinen war, grätschte, tritt und knüppelte er um. Kein Wunder, dass er dann auch vom insgesamt guten Schiri Gagelmann frühzeitig zum Duschen geschickt wurde. Auch die anderen Frankfurter reihten sich nahtlos in dieses Klischee ein. Denn mit selim Teber wurde ein anderer Spieler schon Mitte der zweiten Halbzeit nach einem Handspiel in die Katakomben verfrachtet. Mit Christoph Spycher und Timo Ochs hatte Frankfurt zudem zwei weitere Spieler in den Reihen, die ohne Rücksicht auf Freund und Feind zu Werke gingen.

96 nahm den Kampf an, pflügte den Rasen in der AWD-Arena um, als gäbe es kein Morgen mehr. Allen voran Leon Andreasen. Er machte am Sonnabend sein bisher bestes Spiel im Dress der "Roten" und belohnte sich mit einem schön herausgespielten Tor zum 1:0. Auch ansonsten behielt 96 in einem spannenden Spiel die Oberhand, lediglich kurz vor der Halbzeit als Chancentod Halil Altintop eine Tiefschlafphase der 96-Abwehr zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich nutzte, kam noch einmal so etwas wie Spannung auf. Doch der andere Teil des 96- Mittelfelds Sergio Pinto netzte überlegen zum 2:1 ein. Die Leistung von 96 war auch nach dem Siegtor ansprechend. Nie musste man auf den Rängen Angst haben, dass 96 den Vorsprung noch verdaddeln konnte. Die Handschrift Slomkas wird immer deutlicher sichtbar. Er hat der Mannschaft wieder den nötigen Spaß am Fußball wieder zurück gegeben und ihnen Kraft und Halt geben.

Das Spiel gegen Frankfurt war zudem der lang ersehnte Schulterschluss zwischen dem Team und den Fans in der Nordkurve. Noch nie habe ich in meiner Stadionzeit eine so tolle Rückendeckung von der Nordkurve erlebt. Stimmung über 90 Minuten, so kann's auch gegen Stuttgart und gegen Köln weiter gehen.

Hannover 96 - Werder Bremen Spielbericht


Gestern war zum ersten Mal seit langer Zeit mein alter Herr mit im Stadion. Und der ist nun nicht gerade bekannt dafür, zumindest wenn es um "die Roten" geht, ein ruhiges Gemüt zu haben. Gestern jedenfalls dauerte es keine zwei Minuten bis er auf Betriebstemperatur war. Ganz im Gegensatz zu den Herren auf dem Spielfeld, die rote Trikots spazieren trugen. Spieler des Anstoßes war Jiri Stajner. Aber es hätten genauso gut die anderen 10 Spieler sein können. Denn was gestern gegen Bremen in der AWD-Arena passierte, spottet jeglicher Beschreibung. Und so winkte Coach Mirko Slomka bereits nach einer guten halbe Stunde resigniert ab.

Werder Bremen ist eine Mannschaft, wie hinlänglich bekannt ist, die über eine gut bestückte Offensive verfügt. Doch bei 96 scheint davon noch nichts angekommen zu sein. Speziell Marko Marin konnte wahlweise über links oder rechts oder auch durch die Mitte gehen, wie ein Messer durch ein Stück warme Butter. So auch vor dem 1:0 das Peter Niemeyer in der achten Minute erzielte. Wie bei drei anderen Toren sah Torwart Flo Fromlowitz nicht gut aus, rutsche ihm der Ball durch die Hosenträger. Doch einen Spieler herauszugreifen angesichts dieser grottenschlechten Leistung des gesamten Teams wäre als ob man mit Kanonen auf Spatzen schießen würde. Man kann alle Mannschaftsteile durchgehen und findet immer wen, den man nieder schreiben könnte. Auch nützt es nichts, wenn man wie ein Außenstehender namens Udo Lattek heute im Doppelpass versuchte, darauf hin zu weisen, dass der Abstieg nur noch mit einem Torwartwechsel zu verhindern sei. Nonsens.

Man kann diese mieserable Leistung gegen Werder nicht erklären, wenn man einen einzigen Spieler rausnehmen würde. Die gesamte Truppe hat versagt. Und die Hiobsbotschaften gehen weiter: gestern verletzten sich die Mittelfeldmänner Leon Andreasen und Christian "Schulle" Schulz, ausgerechnet Schulz, der gestern noch der einzige Lichtblick war, nicht nur durch sein 1:4-"Anschlusstor". Zusammen mit dem zur Halbzeit eingewechselten Altin Lala verkörperte er noch so etwas wie Kampfgeist. Doch das klappt nun auch nicht mehr, denn "Schulle" muss erstmal dem Drama von draußen zuschauen. Wie die Fans auch. Und mittlerweile macht es überhaupt keinen Spaß mehr, sich diese Zumutung zu geben.

Es sei denn, man nimmt es mit einer gewissen Portion Galgenhumor, wie dies Steffi von den "Roten Maedels" getan hat. In diesem Sinne: Am Montag gehört 96 bald mir.

Nachtrag: Beim Warten auf meinen alten Herrn ist mir aufgefallen, dass die Fans von 96 in den Planungen für die Umwidmung des Platzes vorm Nordeingang in Robert-Enke-Platz weiter sind, als dies die Stadtspitze ist.

1. FC Köln - Hannover 96 Spielbericht


Foto: "Karibik" von "Denkraumverzerrung" lizenziert unter einer Creative-Commons-Lizenz


Als "taktische Meisterleistung" bezeichnete der Berichterstatter von Hannover 96 den wichtigen wie niemals gefährdeten Sieg der "Roten" in der Rheinmetropole. Nun ja, dazu bedurfte es nicht viel gegen erschreckend harmlose Kölner. Das 1:0 des überragenden Jan Rosenthals reichte aus, um Poldi & Co. nieder zu strecken. Ok ok, an dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich das Spiel nur via NDR2-Bundesligsashow gesehen habe. Aber es reichte. Ich hab mich gefreut wie Bolle. Schließlich kommen nun die "harten Wochen" gegen die großen Gegner HSV, Schalke, die Bayern und Leverkusen. Das Spiel gegen Köln war da eine Standortbestimmung und zugleich ein wichtiger Sieg um für die "harten Wochen" gerüstet zu sein.

Interessant ist dabei die Einordnung des Sieges. So sprach Coach Bergmann hinterher von einem "rundum verdienten Sieg für uns. Jetzt gehen wir mit einem gesunden Selbstvertrauen in die Partie gegen den HSV." Gesundes Selbstvertrauen das klingt gut. Nichts ist zu hören weder von Mannschaft, dass es nach zwei Siegen in Folge wieder steil nach oben gehen würde. Stattdessen spricht man mit wohlklingendem Respekt und endlich auch mal in vertraulich anmutenden Worten von den schweren Aufgaben, die es in nächster Zeit anzupacken gilt. Das lässt sich auch an den Aussagen von Robert Enke nach Spielschluss erkennen: "Die Mannschaft hat mir heute gut geholfen - großes Kompliment! Ich hatte schon zu Anfang der Partie ein gutes Gefühl. Mit meiner Leistung bin ich schon zufrieden, aber das Wichtigste ist, dass wir heute gewonnen haben. Jetzt freue ich mich auf das Nordderby und hoffe, dass wir eine Serie starten." Es klingt nach einem Kollektiv, das füreinander da ist. Dies geschaffen zu haben ist in erster Linie ein Verdienst von Andreas Bergmann, das ihm nicht hoch genug angerechnet werden kann.

Für die kommenden Topspiele gilt es nun, an diese Leistung aus dem Spiel gegen Köln anzuknüpfen und vielleicht auch nach den Wochen im gesicherten Mittelfeld der Bundesliga zu stehen. Das Potenzial hat die Mannschaft dazu allemal.

Hannover 96 - VfB Stuttgart Spielbericht

"Heute haben drei Amateure das Spiel geleitet, die sicherlich nicht ihren besten Tag hatten. Es geht gar nicht um das Abseitstor, sondern die Kleinigkeiten regen einen auf, die sich in so einem Spiel häufen", sagte VfB-Sportdirektor Horst Heldt gegenüber dem kicker, als er zur Leistung des Schiedsrichtergespanns um Guido Winkmann befragt wurde. Nun ja, die Leistung des Schiedrichtergespanns war wirklich nicht als "gut" zu titulieren. Ein vermeintliches Abseitstor durch den Hannoveraner Spaßmacher Didier Ya Konan, über das man streiten kann; ein klares Abseitstor für den VfB zurecht nicht gegeben; und ein glasklares Tor durch Sofian Chahed zurück gepfiffen, man könnte meinen, am Ende gleiche sich alles wieder aus.

Fakt ist, dass der VfB wohl an seinem eigenen Unvermögen gescheitert ist, dieses Spiel zu entscheiden. Nach dem 1:0 durch Ya Konan, dem ein sehenswerter Pass von Arnold Bruggink vorausgegangen war, blieb den Schwaben genug Zeit, das Match noch zu drehen. Doch entweder scheiterten sie an dem gutaufgelegten Enke-Vertreter Florian Fromlowitz, oder sie kamen noch nicht einmal so weit, sonderten haderten wie es eben Horst Heldt dann auch tat mit dem Schiedsrichtergespann oder der Leistung des Gegners, der sich ja bei jeder noch so kleinen Aktion hatte fallen lassen, um Zeit zu schinden, von den groben Fouls an Christian "Schulle" Schulz oder der Handgreiflichkeit von Serdar Tasci an Didier Ya Konan in der Schlussphase wollte da keiner mehr etwas hören.

96 jedenfalls beherzigte das, was ihnen Trainer Andreas Bergmann unter der Woche mit auf den Weg gegeben hatte. Nur mit leidenschaft, Siegeswillen und über den Kampf könne man solche Spiele wie gegen den VfB gestern gewinnen. Recht sollte er behalten. Alle von Bergmann geforderten Tugenden beherzigte die Mannschaft, vor allen Dingen Christian "Schulle" Schulz und Hanno Balitsch schienen die Worte des Coachs quasi zum Frühstück inhaliert zu haben. Aus einer insgesamt überzeugenden Leistung der "Roten" stachen sie heraus. Auch Jan Rosenthal und Jiri Stajner taten das, aber in umgekehrter Richtung. Würde für den Spieltag dieses Wochenendes ein Preis für die Fehlpasskönige vergeben werden, die beiden würden mit Sicherheit die Wertung anführen.

Und Jens Lehmann? Slapstick, pure Slapstick. Mit Mitte der ersten halbzeit lief er zur Höchstform auf. Zunächst ärgerte sich über seine Vorderleute verschränkte die Arme vor der Brust und wirkte vor der roten Wand der Nordkurve wie ein kleiner Junge, dem man sein Spielzeug weggenommen hatte. Der Höhepunkt in der 81. Minute. Die Schlagzeile der Bild: "Balljunge führt Lehmann vor." Lehmann wollte einen Einwurf ausführen, doch hatte die Rechnung ohne besagten Balljungen gemacht. Dieser warf den Ball frech über den Nationaltorwart und brachte so z.B. Udo Lattek im Doppelpass zu der süffisanten und treffenden Aussage, dass die Reflexe des Torwarts wohl mit dem Alter schlechter werden würden. Wohl wahr.


Die Einzelkritik der Spieler für das Spiel gegen Stuttgart:

Florian Fromlowitz: Wieder mal ein gutes Spiel des Enke-Ersatzes, hielt was zu halten war und wird sich wohl auf Dauer nicht mehr mit der Resevistenrolle bei den "Roten" zufrieden geben. Note: 2

Konstantin Rausch: Rückte kurzfristig für Constant Djakpa in die Startelf, der sich beim aufwärmen verletzt hatte. Machte seine Sache nach hinten ordentlich, aber auf dem Weg nach vorne doch mit einigen Unzulänglichkeiten, Note: 4

Karim Haggui: Der Tunesier stand seinen Mann in der Abwehr und behielt auch in der turbulenten Schlussphase die Übersicht. Note: 3

Christian Schulz: Ackerte, grätschte, ordnete. Eine klasse Leistung des Ex-Bremers, dessen am Samstag via haz verkündete Babyplanung wohl weitere Impulse frei zu setzen schien.

Steven Cherundolo: fiel nicht großartig auf, weder positiv noch negativ. Note: 3

Hanno Balitsch: Die Alleinunterhalterrolle vor der Abwehr macht ihm sichtlich immer mehr Spaß. Hatte unter anderem großen Anteil daran, dass Stuttgarts vermeintlicher Star Hleb nach gut einer Stunde lustlos vom Platz trabte. Note: 2

Sofian Chahed: Hatte den 2:0 Treffer auf dem Fuß, wurde aber nach einer Fehlentscheidung des Schiris zurück gepfiffen, großes Laufpensum, allerdings auch mit vielen Fehlpässen, Note: 3

Arnold Bruggink: Klasse Einsatz vor dem 1:0 als er den Ball erkämpfte und ihn auf den freistehenden Ya Konan passte, ansonsten viel der Holländer nicht groß auf, wurde in der 90. Minute ausgewechselt um etwas Zeit in der hektischen schlussphase zu gewinnen. Note: 3

Jan Rosenthal: Ackerte viel, doch kein Ball kam gefühlt beim Mitspieler an, auch im Abschluss zu sehr selbstverliebt, als er wiederholt die Chance hatte, den Ball auf den besser postierten Mitspieler zu passen. Note: 4

Jiri Stajner: Man merkte ihm den Trainingsrückstand aus der Woche deutlich an, auch beim Tschechen sehr viele Fehlpässe, aber das kennt man ja von ihm. Note: 4

Didier Ya Konan: Wieder mal ein Musterbeispiel an Einsatz- und Laufbereitschaft, gab keinen Ball verloren und schoss den Treffer des Tages. Note: 2

Sergio Pinto, Mario Eggimann und Jacek Krzynowek: Zu wenig Einsatzzeit

Hannover 96 - SC Freiburg Spielbericht

Es gibt ein bekanntes deutsches Sprichwort: Neue Besen kehren gut. Im Falle des Bundesligateams von Hannover 96 müsste es eher heißen: Alte Besen kehren meist noch besser. Der Besen heißt in diesem Fall Jan Arnold Bruggink, ist seines Zeichens Regisseur der Bundesligaelf von der Leine und machte am gestrigen Samstag wohl eines der besten Spiele seiner Karriere: Die trockene Bilanz: Ein Traumtor und zwei direkte Torvorlagen beim 5:2 -Erfolg gegen den SC Freiburg, hier eine kleine Kostprobe:



Ohnehin scheint der Anteil von Andreas Bergmann an diesem Sieg ein großer zu sein. Die Mannschaft ist im Vergleich zu seinem Vorgänger Dieter Hecking kaum wieder zu erkennen. Kampfgeist, leidenschaft, wunderschöner, rassiger Fußball. Da konnte auch die Minuskulisse von knapp 29.000 Zuschauern einem egal sein. Man hatte nie das Gefühl, dass die Mannschaft dieses Spiel aus der Hand geben würde, zu harmlos waren die Breisgauer, trotz der beiden Anschlusstore von Ivica Banovic und Julian Schuster. Sofian Chahed, eben Bruggink, Karim Haggui, Didier Ya Konan und der wiedergenesene Sergio Pinto machten am Ende nur all zu deutlich klar, wer Herr in der Arena war. Auch Jan Rosenthal machte zwar zunächst ein unglückliches Spiel, verstolperte viele Bälle, doch im Gegensatz zu Jiri Stajner, an dem das Spiel meiner Meinung nach vollkommen vorbei lief, schaffte es Rosenthal dem Spiel Impulse zu verleihen.

Die Noten der Spieler im Überblick:

Florian Fromlowitz: Hielt was zu halten war und hatte einige gute Paraden, Note: 2

Steven Cherundolo: Machte eine solide Partie und ließ über seine rechte Seite nichts anbrennen, gelegentlich war auch mal nicht nur an der Mittellinie Schluss bei ihm. Note: 3

Christian Schulz: Hatte Glück, dass es in der fünften Minute nach seinem Rutscher nicht zum frühen Rückstand kam, fing sich danach und machte eine ansehnlich Partie, Note: 3

Karim Haggui: machte ein gutes Spiel und krönte seine Leistung mit einem schönen Kopfballtor, Note: 2

Constant Djakpa: Nicht so auffällig wie sonst, was nciht grad schlecht war, Note: 3

Hanno Balitsch: Ackerte gewohnt zuverlässig und war auf Betriebstemperatur, die Alleinunterhalterrolle im defensiven Mittelfeld bekommt ihm immer besser, Note: 2

Jan Rosenthal: ein gutes Spiel des Youngstars, war stets bemüht und versuchte dem Spiel über die Außenbahnen Impulse zu geben, Note: 2

Jan Arnold Bruggink: Ein wunderbares Spiel des ollen Holländers, hehe, Note: 1

Sofian Chahed: Machte das Tor zum 1:0, tauchte danach allerdings ab, Note: 3

Jiri Stajner: viel Schatten, ganz viel Schatten, Note: 5

Didier Ya Konan: war wieder bemüht, rannte viel und war viel viel besser als sein "Sturmpartner", Note: 3


Nürnberg - Hannover 96 Spielbericht

Neue Besen kehren bekanntermaßen gut. Nach der Trainerentlassung von Dieter Hecking am Mittwoch folgte mit dem 2:0 - Sieg gegen die überaus harmlosen Clubberer aus Nürnberg der erhoffte Befreiungsschlag. Überragender Mann dabei auf dem Platz: Jiri Stajner.

Aus gegebenem Anlass an dieser Stelle statt der üblichen Berichterstattung eine Auflistung großer Taten des Kulttschechen.









96 - Hertha BSC Berlin Spielbericht

Es war herrlichstes Fußballwetter in der AWD-Arena an diesem Sonnabend. Besonders mit den Fans in der Nordkurve hatte es die Sonne sehr sehr gut gemeint: Es war zum größten Teil nicht der Angstschweiß, der dort lief. Obwohl es bereits nach noch nicht einmal einer gspielten Minute hätte dazu kommen können. Der gute Schiedsrichter Michael Kempter (der ist jünger als ich!) hatte grad zum Anpfiff geblasen, da war Patrick Ebert schon auf der rechten Herthaner Seite auf dem Vormarsch und ließ Kocka Rausch schlecht aussehen, der Ball kam gefährlich vor den Kasten unseres Noch-Torwarts Robert Enke, doch Raffael scheiterte am Pfosten und auch am eigenen Unvermögen. Nicht auszudenken, was bei den "Roten" los gewesen wäre, hätte die Hertha bereits nach einer Minute den Ball ins Eckige geschossen.

Doch irgendwie stand diese Torchance symptomatisch für die Leistung der Herthaner an diesem Sonnabend. Bemüht, am Ende ohne Zählbares. Vor allen Dingen Torungeheuer Voronin war überall zu finden und anspielbereit. Mario Eggimann und Christian Schulz bekamen ihn nie richtig zu fassen. Aber mit Voronin war es genauso wie bei Raffael in der ersten Minute, viel Zählbares sprang bei ihm auch nicht raus, was vielleicht in Ansätzen auch den Kurzschluss kurz vor Schluss erklären könnte, als er gegen Andreasen nachtrat und zurecht die Rote Karte sah. Dass er dem am Boden liegenden Dänen auch noch den Ball in den Bauch schoss, gehörte zu den hässlichen Szenen dieses Spiels.

Nach dem ersten Hallo-Wach-Erlebnis in der ersten Minute plätscherte das Spiel gemütlich vor sich hin, beide Mannschaften tasteten sich ab, ohne wirklich etwas Zählbares dabei etwas zu Stande zu bringen. Und so war es wohl einer eine Verlegenheitsflanke, die Kocka Rausch in der 32. Minute da schlug. Sie segelte und segelte und segelte und segelte. Da stieg Mike Hanke hoch und nickte den Ball ins Gehäuse der Herthaner ein, ausgerechnet Hanke mochte man sagen. Doch der ehemalige Nationalspieler strafte seine Kritiker Lügen, agil, fast immer anspielbereit sich nicht zu schade in die Zweikämpfe zu schmeißen. Der Platz im Sturmzentrum dürfte ihm wohl bis auf Weiteres nicht mehr zu nehmen sein.

Denn auch beim 2:0 durch den immer besser werdenden "fliegenden" Holländer Arnold Bruggink war Hanke mit beteiligt. Sein Flankenlauf auf der rechten Angriffsseite leitete das Tor durch Bruggink mustergültig ein. Danach war das Spiel gelaufen, Hertha gab sich auf, wurde schluderig und fahrig, meckerte und lamentierte bei Schiri Kempter wegen nichts und wieder nichts, der traurige Höhepunkt war die schon beschriebene Heruasstellung von Voronin. Meisterschaft adé möchte man sagen, was angesichts des Ausblicks auf die nächste Saison ganz gut ist, dernn we rmöchte schon die Hertha in der Champions League sehen, die armen Kommentatoren: Domotidingsbumswilli verliert den Ball an Messi, na super. Für die Hausherren zählt nur eines: Etwas Luft im Abtsiegskampf tut gut, nichts anderes war der Sieg gegen die Hertha: Luft holen, die Sonne etwas genießen und nächste Woche gegen den "großen" HSV endlich auch mal auswärts punkten!

Hannover 96 - Werder Bremen Spielbericht

Ich mag nicht mehr - und Robert Enke bestimmt auch nicht mehr. Mittlerweile ist er nur noch zu bemitleiden. Mit schöner Regelmäßigkeit steht er im Tor von Hannover 96, macht das bisweilen sehr gut bis herausgagend, und bekommt trotzdem immer zwischen drei und sechs Dinger eingeschenkt, es hätten gegen teilweise lustlos wirkende Bremer durchaus auch mehr sein können, hätten die Werderaner nur Lust gehabt.

Man hatte nie das Gefühl, 96 könnte an diesem Sonntag Nachmittag bei herrlichem Fußballwetter etwas reißen, zu zaghaft zu ängstlich und mutlos gingen sie in diese Partie. Die Abteilung Attacke fand nicht statt, was auch an Mikael Forssell lag, vor allen Dingen aber an den Pässen bzw. Zuspielen, die überhaupt nicht den Weg in Richtung Tim Wiese fanden. Nicht einen einzigen wirklich gefährlichen Torschuss musste der (immer noch zurecht nicht spielende) Nationaltorwart parieren. Dennoch plätscherte das Spiel bis kurz vor Ende der ersten Halbzeit gemächlich vor sich hin, ehe Claudio Pizarro den Ex-Bremer Schulle Schulz anschoss und der Ball über Robert Enke ins Tor flatterte.

Nach der Halbzeit dasselbe Bild, bis zu dem Zeitpunkt als der wieder einmal nicht glückliche Sergio Pinto einen Elfer verschuldete, bedanken konnte er sich beim besten deutschen Torwart bedanken, dass er den durchaus gut geschossenen Elfer von Diego parierte. So konnte Jacek Krzynowek nach feiner Einzelleistung zum mittlerweile glücklichen 1:1 ausgleichen, bevor dann alle Dämme brachen. Diego traf und auch Claudio Pizarro durfte noch zwei Mal seine Rolle in der Affäre um falsch abgewickelte Spielertransfers aus Peru vergessen machen. Die 96er leisteten bereitwillig Schützenhilfe, zwei Mal war Altin Lala dabei Pate. Beim zweiten Treffer von Pizarro war er eigentlich schon im Vorteil gewesen, als er dem Albaner dem Ball noch von der Brust an Enke vorbei ins Tor schießen konnte und auch beim dritten Tor des Peruaners machte er im entscheidenden Moment den falschen Schritt zur falschen Zeit.

Um eines klar zu stellen: Generell bin ich ja ein Freund dieser Mannschaft: Dennoch bereits an anderer Stelle habe ich in Bezug auf Michael Tarnat anklingen lassen, dass ich dessen Zeit im aktiven Fußballgeschäft für abgelaufen erachte. Auch bei den anderen Oldies und Mitläufern im 96-Team muss man sich die Frage stellen, ob sie dem Klub noch helfen können und wollen; ein kompletter Umbruch und Neustart zur neuen Saison bewirkt ja in fast allen Bereichen mitunter Wunder.


96 - Borussia Dortmund Spielbericht



Es war eines jener Spiele, über die man in Jahren noch sprechen wird, dieses 4:4 gegen Borussia Dortmund. Es war nicht so glanzvoll wie andere große Spiele, die es schon in der AWD-Arena gab, zu nennen sind hier das 3:3 gegen die Bayern in der Aufstiegssaison oder ein 5:4 gegen Werder Bremen. Was diesem Spiel gestern fehlte, war der Glanz der damals sowohl vom Gegner als auch von den "Roten" ausgegangen war. Aber irgendwie war es ein komisches Spiel: In der ersten Halbzeit desolate 96er, individuelle Unzulänglichkeiten, grobe Schnitzer und das Gefühl, dass es auch eine Blamage hätte werden können. auf der anderen Seite hat die Mannschaft M0ral bewiesen, indem sie zwei Mal einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt hat.

Doch es begann, als ob man im falschen Film wäre. Da ließen sich die Abwehrspieler ein ums andere Mal durch hohe Bälle auf Neson Valdez düpieren, waren gedanklich mindestens einen Schritt zu langsam und offenbarten auf neuem Rasen arge Standprobleme. Vor allen Dingen Frank Fahrenhorst hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt, bekam kein Bein in den Zweikampf und ließ sich mitunter wie ein G-Jugendlicher umlaufen. Auch die Zeit von Routinier Michael Tarnat auf der linken Außenseite scheint abgelaufen. Er ist eben nicht mehr der Schnellste und kann sich dementsprechend nicht mehr in jedes Zweikampfduell stürzen. Fehlende Schnelligkeit allerdings mit vollkommen unnötigen Fouls auszubügeln wie vor dem Dortmunder 1:0 das sollte sich auch und gerade bei einem Oldie rumgesporchen haben, dass das nicht geht. Auch seine versuchten Spieleröffnungen lassen zu wünschen übrig, denn kaum einer seiner ehemals gefürchteten Querpässe kommt in letzter Zeit an, hat Tarnat den Ball am Fuß bleibt er stehen, schaut und schaut und schaut. Kein Druck entwickeln, Klein-klein, das wars. Da zeigt sich auch, wie wertvoll Konstantin Rausch für diese Mannschaft sein kann, denn er ist ein anderer Typ Spieler, interpretiert die Außenverteidigerposition offensiver, so wie es heute auch verlangt wird. Hier sollte der Stabwechsel vollzogen werden. Nur gut, dass die Dortmunder in der ersten Halbzeit bzw. im allgemeinen nicht so abgebrüht waren, die "Roten" in dieser Situation an die Wand zu spielen und auseinander zu nehmen, gerechtfertigt wäre es gewesen.

Tarnat und Fahrenhorst zur Halbzeit raus, Trainer Dieter hecking hat endlich mal die sprichwörtlichen Eier gezeigt, die man auch im Abstiegskampf haben muss und indem es nicht mehr nur um Verdienste geht. Er beorderte Hanno Balitsch in die zentrale Abwehr, ließ Leon Andreasen allein den 6er geben und brachte mit Jan Rosenthal einen zusätzlichen Offensivmann. Die Mannschaft zeigte ein anderes Gesicht und konnte durch Tore von Jiri Stajner, 2 Treffer von Arnold Bruggink und einen von Mike Hanke das Unentschieden noch erreichen. Es war glücklich und bringt die Elf nicht weiter nach vorne, sondern eher nach hinten, denn es sind nur noch drei Punkte bis zum Relegationsplatz, die Mannschaft steckt mitten drin im Schlamassel. Und das ist auch die realistsiche Einschätzung, die die Mannschaft in dieser Saison zu leisten im Stande ist. Alle spielen weit hinter ihren Möglichkeiten, haben grobe Schnitzer driin und einige scheinen den Ernst der Lage auch nohc nicht verstanden zu hab. Diesen Eindruck konnte man gestern zumindest teilweise gewinnen. Und wenn die Mannschaft so weiter spielt, wie in der ersten Halbzeit gestern, wird es ein Kampf bis zum Ende mit unsicherem Ausgang.



Die Noten der 96-Spieler:

Robert Enke: 4
Sergio Pinto: 4
Christian Schulz: 5
Frank Fahrenhorst: 6
Michael Tarnat: 6
Leon Andreasen: 5
Hanno Balitsch: 4
Arnold Bruggink: 3
Jacek Krzynowek: 5
Jiri Stajner: 3
Mikael Forssell: 4
Konstantin Rausch: 3
Jan Rosenthal: 4
Mike Hanke: - (weniger als 20 Minuten Spielzeit)

Bayern München - 96 Spielbericht

Was haben die ganzen Gazetten denn von diesem Spiel erwartet? Was sollte es denn geben? Die Bayern standen vor diesem Spieltag mit dem Rücken zur Wand und mussten unbedingttgewinnn, 96 stand und steht immer noch mit dem Rücken zur Wand. Wer aber vor diesem Spieltag realistisch daran gedacht hat, dass die "Roten" in München hätten etwas reißen können, dem sei angesichts der Auswärtsschwäche der Mannschaft doch mal nahe gelegt, sich zu überlegen, ob man denn überhaupt noch etwas von Realität und Objektivität versteht.

Gesten nach dem Spiel bin ich von meinen Eltern gekommen und war in der Bahn auf dem Weg nach Hause. Bei uns in den Straßenbahnen ist es so, dass die neuesten Entwicklungen auf Fernsehern in der Bahn präsentiert werden, so auch die Bundesliga-Ergebnisse des gestrigen Tages. Mir gegenüber saßen drei ältere Herren, die wohl meinten, ih unterstelle es ihnen in keinster Art und Weise, dass sie Ahnung von Fußball hätten. "Der Hecking ist ja wohl mittlerweile untragbar geworden", meinten die drei einhellig. Ich dachte ich höre nicht richtig. Meinten die ernsthaft, die Mannschaft hätte in München eine Chance gehabt, hätte dort ernsthaft drei Punkte holen können? Sicherlich wäre das gut gewesen. Aber genau solche Leute, wie meine Mitfahrer machen diesen Verein kaputt, meinen Ahnung zu haben, sind aber die dümmsten Leute, die es in Hannobver gibt.

Wichtig sind die Spiele am Ende der Saison. Punkte holen müssen die "Roten" gegen Bielefeld, Karlsruhe, Bochum und die ganzen anderen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf. Ein Sieg in München wäre zwar schön gewesen, aber fern ab von jeglicher objektiver Fußballsachverstand.

Hannover 96 - Bayer Leverkusen Spielbericht

Jaaaaaaaaaaaaa, wir haben es geschafft! 3 Punkte gegen Leverkusen! Endlich, was für ein großartiges Spiel, es war sensationell wie die Jungs gebissen, gekratzt und gekämpft haben! Und was für ein Mitfiebern war das auf den Rängen in der Nordkurve, was haben wir den Schlusspfiff herbei gesehnt.

Doch fangen wir von vorne an. Die Mannschaft ist super ins Spiel gekommen, war sofort präsent, und kam gut in die Zweikämpfe, ich sage es doch immer wieder: Wenn die "Roten" in der zweiten Halbzeit gegen die Nordkurve spielen, dann reißen sie viel mehr, als wenn sie gegen eine halb leere Südkurve spielen. Warum nicht immer so, Herr Enke, einfach öfter mal die Platzwahl verlieren und dann klappts auch mit den drei Punkten. Dieter Hecking war kurz vor Spielbeginn umkreist von Fotografen, als wenn es um sein Haupt gehen würde, doch weit gefehlt: Hecking sitzt wieder fest im Sattel, alle Treueschwüre von Klubchef Martin Kind und auch die Aussagen unterhalb der Woche von Leistungsträgern wie Robert Enke und Hanno Balitsch werden ihm auch für die nächsten Spiele Kraft geben.

Hecking hat die Mannschaft großartig eingestellt. Rückkehrer Steven Cherundolo ließ auf der rechten Abwehrseite so gut wie nichts anbrennen, die Innenverteidiger Schulle Schulz und Frank (gestern nur mit einem kleinen Ge- vor dem)Fahrenhorst und Routinier Michael Tarnat ließen den durchaus als Topsturm zu bezeichnenden Stephan Kießling, Patrick Helmes und Renato Augusto so gut wie keine Möglichkeit, sich zu empfalten. Dafür bezeichnend war eine Situation in der ersten Halbzeit. Stephan Kießling wollte einen langen Pass zur Ecke abschirmen, sah aber nicht dass, von der Seite Schulle Schulz heran rutschte und ihm den Ball von den Füßen wegspitzelte zur Ecke. Kießling fiel auf die Nase und meckerte mit dem nicht immer souveränen Schiri Torsten Kinhöfer. Wie ein begossener Pudel schlich Kießling darauf hin von dannen. Tja, so ist das nun mal.

Diese Aktion von Schulle Schulz färbte auch ab auf seine (ehemaligen) Kollegen im defensiven Mittelfeld, in dem sich der Däne Leon Andreasen und die Kampfsau Hanno Balitsch austobten, das kann durchaus wortwörtlich nehmen. Die Beiden grätschten und schmissen sich in die Zweikämpfe, als wenn es kein Morgen geben würde. Man war das gut.
Auch von der Offensivabteilung gibt es diesmal nicht allzu viel Schlechtes zu berichten. Arnold Bruggink zeigte, dass wen es einmal relativ gut läuft für die Mannschaft, dass er sich ebenfalls reinhängen kann, und dass er wohl doch immer erst die Hinrunde bracuht um auf Touren zu kommen, bzw. das Tor zu treffen. Jacek Krzynowek zeigte besonders vor dem sehenswerten 1:0, dass man auch mit 32 noch schnell sein kann. Auch nach hinten war er stets dabei und machte zusammen mit Oldie Tanne Tarnat (Ecken für die Roten sind mit ihm köstlich, Adler wird wohl von ihm geträumt haben) die linke Seite nahezu dicht. Na ja und bei Jürgen Stajner ists halt so: Entweder es klappt oder es klappt nicht, dafür kann man ihm aber nicht böse sein.

Einen besonderen Absatz verdient Jan Schlaudraff, der nach seiner Leisten-Op wieder im Kader stand. Er zeigte, dass man als mitspielender Stürmer (Ja, so was gibts Herr Hanke) auch in der Offensive einiges bewirken kann. Klasse auch seine Vorarbeit zum 1:0 durch Arnold Bruggink in der 38. Minute. Gestern hat sich wieder gezeigt, wie wertvoll er für die "Roten" werden kann und was für ein guter bisweilen sehr guter Spieler er sein kann.

Die Szene des sehenwerten und immer spannenden Spiels gegen Leverkusen war allerdings eine, die nach dem Schlusspfiff passierte: Nachdem sich die Mannschaft in der Kurve mit der Welle von den Fans verabschiedet hatte, skandierten die Fans lauthals: "Die Nummer 1 im Tor haben wir." Klar war, wer gemeint war: Der beste Torwart der Welt: Robert Enke. Dieser drehte um und feierte noch einige Zeit ausgelassen mit den Fans, bis er sich mit einer Verbeugung verabschiedete. Man, war das eine super Szene: Da kann man auch mal als Mann feuchte Augen bekommen.




Robert Enke: 2
Steven Cherundolo: 3
Christian Schulz: 1
Frank Fahrenhorst: 3
Michael Tarnat: 3
Leon Andreasen: 2
Hanno Balitsch: 1
Jacek Krzynowek: 2
Arnold Bruggink: 3
Jiri Stajner: 3
Jan Schlaudraff: 2
Jan Rosenthal: (weniger als 20 Minuten Spielzeit)
Mikael Forssell: - " -
Bastian Schulz: - " -

Gladbach - Hannover 96 Spielbericht

Es fing alles halbwegs gut an. 96 kämpfte, 96 rackerte, 96 lag mit 0:2 zurück. Alles wie immer also. Die Mannschaft von der Leine hielt auf dem Bökelberg gut mit, erspielte sich einige Chancen und kämpfte. Doch nach 45 Minuten stand es 0:2 für wahrlich nicht berauschende Bökelberger. Sie machen die Dinger eben rein, und das ist genau die Tatsache, die die Mannschaft von Zauderer Hans Meyer gegenüber der von Dieter Hecking auszeichnet.

Zur Halbzeit brachte der Trainer dann den wieder genesenen Jan Schlaudraff für den unauffälligen und zudem verwarnten Hanno Balitsch. Doch es war auch wie in den Spielen zuvor: Die Mannschaft bemühte sich, so klingt es auch in einem Zeugnis eines 5-Klässlers. Dann kamen Baumjohann mit einem Sonntagsschuss, Marke Tor des Monats und Marko Marin und es stand 0:2. Das Abwehrverhalten allerdings bei beiden Toren ließ doch arg zu wünschen übrig, wo waren Fahrenhorst und Schulz als Marin den Ball ungestört annehmen konnte? In vielen Situationne waren sie gedanklich zu langsam, kamen bei den Gegentoren nicht an den Gegner heran, bzw. waren nervös wie es auch das 3:2 symbolisierte. (Ge-)Fahrenhorst schlägt über den Ball und Neuville hat keine Mühe mehr den Ball zu versenken. Armer Enke.

Nun gut, die "Roten" haben sich heran gekämpft, die Tore von Pinto und von Schulle Schulz waren sehenswert und die Mannschaft kam heran. Sie scheiterte allerdings an ihrem eigenem Unvermögen,und dann muss sich auch nicht wundern, wenn es dann nicht mehr klappt. Die "Roten" befinden sich, mittlerweile müssten es die letzten, die selbst hinter dem Mond leben, gemerkt haben, im Abstiegskampf. Und die Luft für Dieter Hecking wird trotz vermeintlicher Jobgarantie immer dünner. Auch das Restprogramm lässt sich da beileibe nicht gut an. Umso wichtiger wäre es gewesen heute zu punkten. Wenn die Mannschaft so spielt wie heute, dann wage ich nicht vorher zu sagen, was am Sonnabend im Stadion los sein wird.

96 hatte bei der Aufstellung einige Umstellungen vorgenommen. Für den in den letzten Spielen enttäuschenden Mario Eggimann wurde Christian Schulz in die Innenverteidigung gezogen, Leon Andreasen nahm nach abgelaufener Gelb-Rot-Sperre seinen Platz im defensiven Mittelfeld ein. Vorne durfte Mikael Forssell sein Glück für den immer wieder blass gebliebenen Mike Hanke versuchen.

Die Noten:

Robert Enke: 3
Sergio Pinto: 4
Frank Fahrenhorst: 5
Christian Schulz: 3
Hanno Balitsch: 4
Leon Andreasen: 4
Jacek Krzynowek: 5
Arnold Bruggink: 5
Jiri Stajner: 5
Mikael Forssell: 4
Jan Schlaudraff: 5
Salvatore Zizzo: 4
Steven Cherundolo: - (weniger als 20 Minuten Spielzeit)

Andere Noten gibt es hier.


Hannover 96 - VfB Stuttgart Spielbericht

Wow, war das ein Nachmittag im Stadion. Endlich hat es sich mal wieder gelohnt, auch wenn am Ende "nur" ein Punkt auf der Habenseite stand. Die Gewinner waren eindeutig die Fans auf der Tribüne in der AWD-Arena. 3:3 gegen den VfB, die "Roten" holen zwei Tore auf, gehen fünf Minuten vor Schluss sogar in Führung und trennen sich am Ende unentschieden von den Schwaben, Fußballherz was willst du mehr.

Dabei sah es zunächst nach einer Fortsetzung des "Angsthasen in Schockstarre"-Stils aus. Nach vorne ging gar nichts, die Abwehr schwamm wie ein Nichtschwimmer bei hohem Wellengang, sie ging also unter. Völlig gerechtfertigt lag die Elf von Dieter Hecking nach einer halben Stunde mit 0:2 in Rückstand. Das lag vor allen Dingen an Sergio Pinto, der in der ersten halben Stunde auf seiner rechten Seite kein Bein an den Boden bekam und an Mario Eggimann., der leider wieder einmal völlig indispuniert war. Die Höchstrafe folgte dann auch auf dem Fuß: Hecking wechselte in der 34. Minute den wahrlich indiskutablen Schweizer (obwohl ich von dem grundsätzlich viel halte) aus, brachte Jan Rosenthal und zog Christian Schulz nach hinten auf die Innenverteidigerposition. Obwohl der Ex-Bremer sich selbst eher im defensiven Mittelfeld sieht, kam mit ihm hinten Stabilität in den Laden und auch nach vorne ging einiges mehr.

Das lag auch am Routinier Michael Tarnat, der die Mannschaft zusammenhielt und seine Mitspieler motivierte. Nachdem Jiri Stajner eher glücklich zum 1:2 traf, holte Jacek Krzynowek bei seiner Heimspielpremiere den Zauberfuß raus und Lehmann konnte nur noch dumm, so übrigens auch sein affiges und provozierendes Verhalten wegen dem ganzen Spiel und sein komisches grünes Trikot, hinterher gucken.

In der zweiten Halbzeit plätscherte das Spiel dann gemütlich vor sich hin. Beide Mannschaften glichen sich aus, was auch an dem wiederholt schlechten Auftreten der Offensivabteilung der "Roten", mit Ausnahme von Krcynowek lag. Hanke, Bruggink und Stajner hatten kaum Aufmerksamkeit erregende Szenen. Bei Hanke war diese dessen Auswechslung nach einer guten Stunde. Für ihn kam Mikael Forssell zu seinem Rückrundendebüt, bei dem er sich gleich mit einem sehenswert herausgespielten Treffer zum vermeintlichen Sieg krönte. Doch da war ja noch "the hammer" - Thomas Hitzlsperger. Bei dem musste Robert Enke froh sein, dass er den Ball doch nicht mit einer Glanzparade halten konnte. Denn drei Punkte wären nach der grottenschlechten Anfangsphase bis zum 2:2 auch wahrlich des guten zuviel gewesen.

Die Noten:

Robert Enke: 3
Sergio Pinto: 4
Frank Fahrenhorst: 4
Mario Eggimann: 6
Michael Tarnat: 3
Christian Schulz: 2
Hanno Balitsch: 3
Arnold Bruggink: 5
Jacek Krzynowek: 2
Jiri Stajner: 3
Mike Hanke: 5
Jan Rosenthal: 3
Mikael Forssell: 3
Basti Schulz: -



Energie Cottbus - Hannover 96

Nein, ich verstecke meine Emotionen nicht!

Es war eine Blamage, ein Offenbarungseid, was diese Mannschaft des Bundesligisten Hannover 96 an diesem Sonntag im Stadion der Freundschaft geleistet hat. Wo soll ich anfangen? Am besten von vorne nach hinten! In 90 Minuten kein vernünftig vorgetragener Angriff, keine zwingende Torchance. Was erlauben Hanke? Dieser Schönwetterfußballer versteht es in 90 Minuten dem Ball so konsequent aus dem Weg zu gehen, dass man sich fragt, wer dieser Blondschopf mit der Nummer 9 dort im Sturm denn überhaupt ist, das ging auf keine Kuhhaut mehr!

Nun kann man anführen, dass es im Mittelfeld ja nicht besser aussah, richtig, Kreativität Fehlanzeige. Aber was will man auch erwarten, wenn der Trainer mit drei Defensivspielern (Balitsch, C. Schulz, Debütant Andreasen) und einem früheren Edelreservisten aus Wolfsburg beginnt. Beide fügten sich ein, konnten aber nicht überzeugen. Andreasens, übrigens meiner Meinung nach zu unrecht gegebene gelb-rote Karte, passt da nur allzugut ins Bild. Krzynowek fehlte es an Spritzigkeit, an Genauigkeit in den Abspielen und an Defensivverhalten. Auch die beiden Einwechselspieler, welche schon aufgrund ihres Alters einiges hätten bewegen können, überzeugten keineswegs. Weder Tarnat noch Bruggink konnten das Spiel an sich reißen und ihm ihre Impulse einverleiben.

Cottbus war beileibe nicht überzeugend, doch hat es unerklärlicherweise gereicht, um durch Tore von Rangelow (39., 69.) und Angelow (82.) mit 3:0 in Front zu liegen. Auch das Anschlussgestocher von Fahrenhorst (84.) nutzte da wenig. Es war ein Offenbarungseid, nur gut, dass gegen Schalke schon drei Punkte eingefahren worden sind.

P.S.: Unsere heutige Bedienung passte ihre Bierausschenkquote im übrigen dem Spiel an.

Die Noten:
Enke: 3
Pinto: 4
Fahrenhorst: 4
Eggimann: 4
Rausch: 4
C. Schulz: 4
Balitsch: 4
Andreasen: 5
Krzynowek: 5
Stajner: 5
Hanke: 6
Bruggink: 5
Tarnat: 4

Hannover 96 - Schalke 04

Man kann den Ball nicht immer so treffen, wie es Sergio Pinto in der 8. Minute getan hat. Denn eigentlich war der Konter, den die "Roten" nach einem Schalker Sturmlauf in den ersten Minuten der Partie setzten, schon verkorkst. Auf den Rängen in der fast ausverkauften AWD-Arena machte sich das Gefühl breit, den großen Sprüchen der Vorbereitung sollten wieder mal keine Taten folgen. Zu verkrampft und mitunter kopflos hatten die "Roten" agiert und konnten von Glück sagen, dass es hier nicht schon 1:0 oder gar 2:0 für die Schalker gestanden hat nachdem Jefferson Farfan und anschließend Lewan Kobiashwili sowie Gerald Asamoah den Ball nicht im Gehäuse unterbringen konnten.

Doch dann kam Pinto, er schoss ohne zu sehen und siegte. Neuer im Schalker Kasten war ohne Chance. Schalke war nach diesem Führungstreffer wie gelähmt und sollte es die gesamten restlichen 82 Minuten auch bleiben, was nicht zuletzt am eigenen Unvermögen als auch am überragend haltenden Robert Enke lag. Er ist wieder da! Es war ein herrliches Gefühl zu wissen, dass der Ball zumindest in dieser Partie nie ins Tor fliegen würde! 96 hat zwar auch nach dem Führungstreffer eher schlecht als recht nach vorne gespielt, doch stimmte am Sonnabend zumindest der kämpferische Einsatz, bis auf einige Ausnahmen durch die Bank weg. Gut, diese Ausnahme ist leicht zu erklären: es war Szabolz Huszti, der wohl schon daran dachte, was er in seinem Koffer für Sankt Petersburg alles vergessen hatte und noch am Bahnhof bzw. Airport nachkaufen musste.

Auf jeden Fall hat die Partie am Sonnabend Lust auf mehr gemacht. Die Transfers sind gut über die Bühne gegangen, Andreasen ist da, Huszti weg und es ist damit zu rechnen, dass 96 in den nächsten Stunden noch einen weiteren Spieler präsentieren wird und die Einstellung der Mannschaft, die moral und der Siegeswille, der Glaube an die eigene Stärke scheinen zurückgekehrt. 16 Spiele sind noch Zeit, die bescheidene Rückrunde vergessen zu machen.

Die Noten der einzelnen Spieler:

Robert Enke: 1
Sergio Pinto: 2
Mario Eggimann: 3
Frank Fahrenhorst: 3
Konstantin Rausch: 2
Christian Schulz: 3
Hanno Balitsch: 3
Jan Rosenthal: 4
Szabolcz Huszti: 5
Mike Hanke: 4
Jiri Stajner: 3
Bastian Schulz: -
Mikael Forssell: -
Arnold Bruggink: -