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Transfermarktaktivitäten

Nach den Verpflichtungen von Lars Stindl, Ron-Robert Ziegler und Moritz Stoppelkamp gehen die Kaderplanungen für die Saison 2010/2011 weiter voran. Mit Markus Miller und dem Österreicher Emanuel Pogatetz hat der Verein zwei Spieler verpflichtet, die zweifelsohne Potenzial haben. Miller kommt vom Zweitligisten Karlsruher SC und unterschriebt einen Einjahres-Vertrag mit Option für eine weitere Saison. Emanuel Pogatetz, der Stammspieler in der Nationalelf der Ösis ist, kommt vom FC Middlesbrough und soll bis 2013 sorgen.

Trainer Slomka erhofft vor allen Dingen von Pogatetz mehr Stabilität in der Defensive. der 27-Jährige ist sowohl in der Abwehrzentrale als auch auf der linken Seite einsetzbar. Beides Positionen, die in der vergangenen Saison nicht gerade mit Souveränität besetzt wurden.
Die Verpflichtung von Miller hingegen treibt den Fans und wohl auch einigen Verantwortlichen ein mittleres bis großes Fragezeichen in die Augen. Was passiert mit Fromlowitz? Denn dieser ist in der Rückrunde als Vertreter von Robert Enke merklich gereift, tritt souveräner auf und ist mittlerweile in der Lage, eine Abwehr zu formen. Würde nun Miller, der diese Eigenschaften nicht immer verkörpert und ab und zu ganz gerne auch mal ein paar Slapstick-Einlagen á la Ball durch die Hosenträger in seinem Programm hat, nun die Nummer 1 werden, wäre Fromlowitz wohl endgültig verheizt. Miller muss sich zunächst hinten anstellen und den Kampf um die Nummer 1 als Herausforderer starten.

Derweil brodelt die Gerüchteküche um einen weiteren Namen immer heißer und wohl auch konkreter. Wie der kicker berichtet, steht die Verpflichtung des 20-jährigen Tschechen Jan Moravek von Schalke 04 so gut wie fest. Allerdings auf der Basis eines Ausleihgeschäfts für bislang noch nicht bestimmte Zeit. Auch Schalke-Coach Magath würde dies wohl gut heißen.
Das bedeutet allerdings auch, dass die beiden anderen potenziellen Spielmacher der"Roten", Elson und Jan Rosenthal um ihre Zukunft an der Leine bangen müssten. Rosenthal liebäugelt mit einem Tapetenwechsel um sich nach seiner Verletzungspause wieder neu zu akklimatisieren. Der SC Freiburg soll Interesse signalisiert haben.

Koné und Elson sind bei 96 - Tremmel nicht!


Geht jetzt in Hannover auf Torejagd: Arouna Koné.

Diese Woche wird mit Sicherheit in die Geschichtsbücher des Bundesligisten Hannover 96 eingehen. Erst die demütigende, beschämende und offenbarende Niederlage gegen Mitkonkurrent Nürnberg, dann die Wechselaktivitäten von Arouna Koné und Elson und das Gezerre um Gerhard Tremmel von Erzfeind Energie Cottbus. Was bleibt nach dieser Woche?

Hannover 96 steht am Abgrund. Erst die Auftaktniederlage gegen die Hertha, dann die Entlassung von Andreas Bergmann. Nun soll's Sympathieträger und Lokalmatador Mirko Slomka richten. Das Spiel gegen Mainz war bereits nach vier Minuten gelaufen. Die Zusammenfassung in der Sportschau zeigte zwar nicht das ganze vermeintliche Elend, doch es offenbarte schon dort: 96 hat viele Baustellen. Mangelndes Kämpferherz und Einsatzwillen, keine Bereitschaft zu fighten und abgesehen von Hanno Balitsch und mit Abstrichen Christian "Schulle" Schulz hat die Mannschaft keine Führungsspieler. Das sind nur einige Baustellen.

Bleiben wir noch ein wenig beim letzten Punkt: Von Kapitänen erwartet man ja in der Regel, dass sie eben Typen sind, dass sie die Mannschaft aufrichten können, mit gutem Beispiel vorangehen, wenns nicht läuft. Es ist unnütz, an dieser Stelle Robert Enke anzuführen, dennoch: Robert war ein würdiger Kapitän. Doch Arnold Bruggink: Nach dem Spiel rhetorisch vor den Kameras in Hochform, haut die allerbesten Fußballersprüche raus, man müsse beißen und kämpfen, aber bitte: Dann machs doch mal auf dem Platz mein Bester. Nächstes Beispiel: Mike Hanke. Als er damals unter Dieter Hecking an die Leine kam (für 4,5 Millionen(!)) hatte ich irgendwie noch ein gutes Gefühl. Doch mittlerweile halte ich ihn für einen der überschätztesten Spieler der Bundesliga. Dieser Mann war und ist sein Geld nicht wert. Zwar wurde er vor dem Spiel gegen Nürnberg von Mirko Slomka stark geredet, doch dies wahrscheinlich auch nur mangels Alternativen in der Offensive. Blickt man auf die nackten Zahlen wird einem schnell klar: 96 hat ein Stürmerproblem. Bei 33% gewonnenen Zweikämpfen - insgesamt nur neun geführt - und gerade einmal drei Torschüssen wird zudem offensichtlich, dass auch das Mittelfeld vorsichtig ausgedrückt nicht gerade auf Rosen gebettet ist.

Und auch die Abwehr sowie auf der Torwartposition offenbaren sich Schwächen, die auch hausgemacht sind. Seit dem Eigentorfestival gegen Gladbach hat 96 kein Spiel mehr Zunull gespielt. Schulz und Haggui sowie (seit Längerem bekannt) auch die Außenpositionen strahlen keine Sicherheit mehr aus. Ihnen fehlt zudem der Rückhalt. doch Fromlowitz ist mit seinen 23 Jahren sozusagen naturgemäß noch nicht der Torwart, der eine Mannschaft führen und zudem einer Abwehr die nötigen Anweisungen geben kann. hinzukommt zudem, dass vor allen Dingen der Transferkünstler Schmadtke mittlerweile zur Torwartdiskreditierung ausgeholt hat: Denn wie sonst soll man es nennen, wenn auf kurzem Dienstweg mit Cottbus (wer?) über einen Kauf von Gerhard Tremmel (wer?) verhandelt wird. Was soll man denn bitte mit einem 31-jährigen Torwart, der in Cottbus nicht mehr erste Wahl ist. Aber es passt zur Situation bei 96: Kopflos durch die Wand.

Nun sollen Elson und Koné den Abstieg vermeiden. Doch wie soll's danach weitergehen. 96 muss den Umbruch wagen. Altlasten raus, von vorne bis hinten und den kompletten Neuanfang um einige Säulen wie Balitsch, Schulz und die jungen Wilden machen. Zur Not auch in der 2. Liga. Das Schlechteste wäre es in der jetzigen Situation vielleicht nicht.


Das Foto von Arouna Koné ist unter einer CC-Lizenz freigegeben.