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Energie Cottbus - Hannover 96

Nein, ich verstecke meine Emotionen nicht!

Es war eine Blamage, ein Offenbarungseid, was diese Mannschaft des Bundesligisten Hannover 96 an diesem Sonntag im Stadion der Freundschaft geleistet hat. Wo soll ich anfangen? Am besten von vorne nach hinten! In 90 Minuten kein vernünftig vorgetragener Angriff, keine zwingende Torchance. Was erlauben Hanke? Dieser Schönwetterfußballer versteht es in 90 Minuten dem Ball so konsequent aus dem Weg zu gehen, dass man sich fragt, wer dieser Blondschopf mit der Nummer 9 dort im Sturm denn überhaupt ist, das ging auf keine Kuhhaut mehr!

Nun kann man anführen, dass es im Mittelfeld ja nicht besser aussah, richtig, Kreativität Fehlanzeige. Aber was will man auch erwarten, wenn der Trainer mit drei Defensivspielern (Balitsch, C. Schulz, Debütant Andreasen) und einem früheren Edelreservisten aus Wolfsburg beginnt. Beide fügten sich ein, konnten aber nicht überzeugen. Andreasens, übrigens meiner Meinung nach zu unrecht gegebene gelb-rote Karte, passt da nur allzugut ins Bild. Krzynowek fehlte es an Spritzigkeit, an Genauigkeit in den Abspielen und an Defensivverhalten. Auch die beiden Einwechselspieler, welche schon aufgrund ihres Alters einiges hätten bewegen können, überzeugten keineswegs. Weder Tarnat noch Bruggink konnten das Spiel an sich reißen und ihm ihre Impulse einverleiben.

Cottbus war beileibe nicht überzeugend, doch hat es unerklärlicherweise gereicht, um durch Tore von Rangelow (39., 69.) und Angelow (82.) mit 3:0 in Front zu liegen. Auch das Anschlussgestocher von Fahrenhorst (84.) nutzte da wenig. Es war ein Offenbarungseid, nur gut, dass gegen Schalke schon drei Punkte eingefahren worden sind.

P.S.: Unsere heutige Bedienung passte ihre Bierausschenkquote im übrigen dem Spiel an.

Die Noten:
Enke: 3
Pinto: 4
Fahrenhorst: 4
Eggimann: 4
Rausch: 4
C. Schulz: 4
Balitsch: 4
Andreasen: 5
Krzynowek: 5
Stajner: 5
Hanke: 6
Bruggink: 5
Tarnat: 4

Cottbus - Hannover Vorbericht

Es hatte etwas von Einigkeit und Zusammenhalt diese Trainingsübung, die Dieter Hecking an diesem Freitag auf der Mehrkampfanlage praktizieren ließ. Da standen sie alle in einem kreis an den Händen und spielten sich die Bälle über kurze Strecken zu. Dumm nur, wenn einer der beiden Spieler in der Mitte den Ball vor die Füße bekommt und ihn berührt. Doch keine Spur von Missmut unter den Übungswilligen. Es wird gelacht, gescherzt überhaupt herrscht gute Laune wohin man schaut. Auf der anderen Seite des Übungsplatzes schießt Robert Enke den wieder für ein Punktspiel bereitstehenden Florian Fromlowitz warm, Jörg Sievers spendet Aufmunterung und Beifall.


Wenn man diese Eindrücke alle so sammelt, dann scheint es für das Auswährtsspiel am kommenden Sonntag bei Energie Cottbus (17.00 Uhr) nur eine Maxime zu geben: Gewinnen über die mannschaftliche Geschlossenheit. Auch die Neuen scheinen sich gut in das Mannschaftsgefüge eingeordnet zu haben. Die Chancen, dass sie am Sonntag im Stadion der Freundschaft in der ersten Elf auflaufen werden, stehen nicht schlecht. Zumindest der 32-jährige Pole dürfte seinen Platz auf der linken Außenbahn nach dem Weggang von Szabolcz Huszti sicher haben. Auch Andereasens Aussichten stehen nicht schlecht, denn Hanno Balitsch ist mit einer Grippe immer noch außer Gefecht gesetzt.

Dieter Hecking jedenfalls lässt sich jedenfalls noch nicht in die Karten schauen. Müssisch, ja stoisch, steht er an der Seite und beobachtet die Leistungen und den Einsatz seiner Jungs während der Übungseinheiten. Es ist die Haltung eines Trainers, der zu wissen scheint, dass die Mannschaft es kann, dass sie nach dem guten Rückrundenauftakt mit dem Heimsieg gegen Schalke endlich auf dem richtigen Weg in die obere Tabellenhälfte zu sein scheint. Hecking weiß das und sollte es nicht so laufen, sitzt er nach den Auseinandersetzungen mit Ex-Sportdirektor Hochstätter fester im Sattel denn je.



Wie dem auch sei, am Sonntag gegen Cottbus, den ewig genannten Abstiegskandidaten Nummer 1, zugleich aber auch Phänomen an Beständigkeit, gilt es die Harmonie vom Trainingsbetrieb auf den grünen Rasen zu bringen und den nächsten Dreier einzufahren.

Die wahrscheinliche Aufstellung: Enke - Pinto, Fahrenhorst, Eggimann, Rausch - Andreasen, C. Schulz, Rosenthal, Krzynowek - Stajner, Hanke


Fotos: Mahlke (2)